Übersichtsarbeiten - OUP 12/2017
Bildgebung: Was wirklich nötig ist*
Die CT ist ein röntgenologisches, überlagerungsfreies Schnittbildverfahren (x-Achse) und nutzt die Absorptionsprofile des untersuchten Mediums mittels Grauwertdarstellung zur Strukturdifferenzierung. Kontrastunterschiede sind bei hohen Absorptionsdifferenzen sehr gut (Knochen, Lunge). Weichteilkontraste bedürfen regelhaft der Kontrastmittelgabe, um diagnostische Aussagen zu ermöglichen. Dies trifft insbesondere zu bei entzündlichen Erkrankungen intraartikulärer Strukturen (Synovia, Granulationsgewebe bei Abszessen).
Sensitivität und Spezifität sind mit maximal ca. 85 % bzw. ca. 60 % unbefriedigend. Für die Akutdiagnostik scheidet die CT daher in der Regel aus. Lediglich bei Nicht-Verfügbarkeit der MR kann auf das CT als orientierende Untersuchung (Liquidität) hilfsweise zurückgegriffen werden. In diesen Fällen bietet sich zudem die CT-gestützte Punktion an. Hierdurch kann in Kombination mit der Histopathologie ein deutlicher diagnostischer Gewinn erzielt werden [5].
In der Verlaufsbeobachtung bzw. bei chronischen Infekten ist hingegen die CT aufgrund ihrer sehr hohen Ortsauflösung für den Nachweis ossärer Begleitschäden hilfreich und sollte hier bei bekanntem Befund vor der MR eingesetzt werden (Abb. 6).
Die Schlussfolgerungen/Verfahrensempfehlungen finden sie in Abbildung 6.
Interessenkonflikt: Keine angegeben
Korrespondenzadresse
Dr. med. Rainer Braunschweig
Von Wedderkopstr. 2–4
23847 Steinhorst
rainer.braunschweig@icloud.com
Literatur
1. Ambacher T, Esenwein S, Kollig, E, Muhr G: Diagnostisches Konzept der akuten Infektion des Schultergelenkes. Der Chirurg 2001; 72: 54–60
2. Bohndorf K: Bildgebende Diagnostik der akuten und chronischen Osteomyelitis. Radiologe 1996; 36: 786–94
3. Goebel M, Rosa F, Tatsch K, Hofmann GO, Kirschner MH: Diagnostik der chronischen Osteitis des Extremitätenskeletts. Unfallchirurg 2007; 110: 859–866
4. Jerosch J: Akuter Gelenkinfekt. Orthopäde 2004; 33, 1309–20
5. Krenn V, Morawietz L, König A, Haeupl T: Differentialdiagnostik der chronischen Synovialitis. Pathologe 2006; 27: 402–8
6. Meller J, Sahlmann CO, Scheel AK: 18F-FDG PET and PET-CT in fever of unknown origin. J Nucl Med 2007; 48: 35–45
7. Schmidt HGK, Hadler D, Gerlach UJ, Schoop R: Prinzipien der OSG-Arthrodese bei Gelenkinfekt. Orthopäde 2005; 34: 1216–28
8. Sciuk J: Scintigraphic Techniques for the Diagnosis of Infectious Disease of the Musculoskeletal System. Seminars in Musculoskeletal Radiology 2004; 8: 205–13
9. Stutz G, Gächter A: Diagnosis and stage-related therapy of joint infections. Unfallchirurg 2001; 104: 682–86
10. Temmermann OP, Raijmakers PG, Berkhof J et al.: Diagnostic accuracy and interobserver variability of plain radiography, subtraction arthrography, nuclear arthrography and bone scintigraphy in the assessment of aseptic femoral component loosening. Arch Orthop Trauma Surg 2006; 126: 316–23
11. Tiemann AHH: Muskuloskelettale Infektionen: Handlungsleitfaden für Diagnostik und Therapie. Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston 2016
Fussnoten
*Ein Beitrag aus der Zusammenarbeit der Sektion Knochen- und Weichteilinfektionen der DGOU und der AG BVB der DRG
1Steinhorst
2SRH Zentralklinikum Suhl GmbH, Suhl