Übersichtsarbeiten - OUP 03/2026

Diagnostik bei patellofemoralen Beschwerden und Instabilitäten
Klinische und bildgebende Entscheidungsfindung als Grundlage operativer Strategien

Die Diagnostik sollte einem strukturierten Vorgehen folgen. Die integrative Bewertung aller Befunde ermöglicht ein individualisiertes operatives Konzept und reduziert das Risiko von Therapieversagen [3, 4].

Fazit für die Praxis

Patellofemorale Instabilitäten beruhen meist auf einem multifaktoriellen Zusammenspiel knöcherner und weichteiliger Pathologien [1, 3, 17]. Eine diagnostisch geleitete, strategische Operationsplanung ist Voraussetzung für stabile und funktionell überzeugende Ergebnisse [8, 16]. Radiologische Grenzwerte wie ein TT-TG-Abstand > 20 mm, höhergradige Trochleadysplasien nach Dejour (Typ B–D), Patelladysplasien nach Wiberg II–III sowie ein klinisch relevantes Genu valgum stellen wesentliche prädisponierende Faktoren der patellofemoralen Instabilität dar und müssen im Gesamtkontext der operativen Entscheidungsfindung bewertet werden. Eine operative Behandlung aller identifizierten Pathologien ist nicht zwingend erforderlich; vielmehr sollte die operative Strategie auf die Korrektur der dominanten Pathologie fokussiert sein, um mit möglichst geringer Invasivität ein optimales Ergebnis zu erzielen. Isolierte knorpelplastische Eingriffe ohne Adressierung der ursächlichen Pathologien sind mit einem erhöhten Risiko für unzureichende Ergebnisse verbunden und sollten vermieden werden.

Interessenkonflikte:

Keine angegeben.

Das Literaturverzeichnis zu
diesem Beitrag finden Sie auf:
www.online-oup.de.

Korrespondenzadresse

PD Dr. med. Erhan Basad

ATOS Klinik Heidelberg

Zentrum für Knie-Endoprothetik

Arthroskopische und Regenerative Gelenkchirurgie

Bismarckstraße 9–15

69115 Heidelberg

erhan.basad@atos.de

SEITE: 1 | 2 | 3