Übersichtsarbeiten - OUP 02/2026
Häufige knöcherne Verletzungen der Hand und des Handgelenks
Instabile bzw. dislozierte Basisfrakturen bzw. Frakturen mit Gelenkbeteiligung des MHK 2–5 sollten operativ behandelt werden, um eine korrekte Reposition im karpometakarpalen Gelenk zu erzielen [13, 22, 25]. Therapeutisch kann eine dorsale Plattenosteosynthese bei ausreichend großen Frakturfragmenten oder eine Transfixation unter Einschluss der benachbarten MHK und ggf. auch der Handwurzel mithilfe von K-Drähten durchgeführt werden [28]. Postoperativ sollte zunächst eine dorsale bzw. ulnarumgreifende (bei Frakturen am MHK 4 und 5) Gipsschiene angelegt werden, welche nach Abschwellung gegen ein Mittelhandbrace getauscht werden kann. Je nach intraoperativ erreichter Stabilität kann eine zeitnahe aktive Beübung erfolgen. Eine Metallentfernung erfolgt frühestens 6 Wochen postoperativ.
Fazit für die Praxis
- 1. Wichtige Frakturen von Handgelenk bzw. Hand in der täglichen Praxis bzw. Ambulanz stellen die distale Radiusfraktur, die Kahnbeinfraktur und die Mittelhandfrakturen dar.
- 2. Eine sorgfältige Anamnese, körperliche Untersuchung und differenzierte Bildgebung helfen Frakturen nicht zu übersehen, korrekt einzuschätzen und die bestmögliche Behandlung vorzunehmen und damit optimale Ergebnisse zu erzielen.
- 3. In Abhängigkeit der Fraktur können konservative, wie auch operative Therapieverfahren indiziert sein.
- 4. Insbesondere bei der konservativen Therapie sind regelmäßige und engmaschige Röntgenkontrollen erforderlich, die im aktuellen Vergütungssystem im GKV-Bereich auch nicht annähernd abgebildet sind!
Interessenkonflikte:
Keine angeben.
Das Literaturverzeichnis zu
diesem Beitrag finden Sie auf:
www.online-oup.de.
Korrespondenzadresse
Dr. med. Philipp Koehl, MHBA
Klinik für Orthopädie &
Unfallchirurgie
Schillerhain 1–8
95615 Marktredwitz
unfallchirurgie@
klinikum-fichtelgebirge.de
