Übersichtsarbeiten - OUP 06/2024

Der vordere Kreuzband Re-Ersatz
Diagnostik und Behandlungsstrategie

2. Welche Aussage trifft nach erlittener VKB-Re-Ruptur zu?

Eine Revision wegen bestehender Bohrkanäle ist nicht sinnvoll möglich.

Ein VKB-Re-Ersatz ist nur durch eine Bohrkanalauffüllung möglich.

Ein VKB-Re-Ersatz sollte sinnvollerweise nur durch einen einzeitigen VKB-Re-Ersatz realisiert werden, um unnötige weitere Operationen zu vermeiden.

Die Analyse der bestehenden Bohrkanäle ist wesentlich zur Planung, inwieweit der VKB-Re-Ersatz ein- oder zweizeitig über eine zusätzliche Bohrkanalauffüllung erfolgen sollte.

Im Zuge des VKB-Re-Ersatzes muss die bestehende Beinachse immer korrigiert werden, da diese offensichtlich zur Re-Ruptur geführt hat.

3. Welche Aussage zum VKB-
Ersatz trifft nicht zu?

Re-Rupturen stellen auch heute noch ein relevantes Komplikationsproblem dar.

Die Quadrizepssehne wird ausschließlich für Revisionen genutzt.

Die Hamstrings, Patella- sowie die Quadrizepssehne können gleichermaßen zum VKB-Ersatz genutzt werden.

Das CT ist zur Analyse der Bohrkanallage gut geeignet.

Um die Re-Rupturrate des VKB-Re-Ersatzes zu reduzieren, sollten die peripheren Kniegelenk-Stabilisatoren berücksichtigt werden.

4. Ihre Patientin/Ihr Patient hat sich 2 Jahre nach VKB-
Ersatz ein Distorsionsereignis zugezogen und beklagt seither ein Instabilitätsgefühl. Welche Aussage trifft nicht zu?

Es erfolgt eine sorgfältige klinische Untersuchung.

Die Indikation zu einem MRT darf trotz stabil imponierendem Kniegelenk großzügig gestellt werden.

Die Wahrscheinlichkeit von Begleitverletzungen wie Meniskus- und Knorpelläsionen ist hoch.

Die Wahrscheinlichkeit einer VKB-Re-Ruptur ist hoch.

Ein Röntgenbild ist nicht notwendig, da sowieso ein MRT notwendig ist.

5. Sie haben bei Ihrer Patientin/Ihrem Patienten mittels MRT eine Re-Ruptur des VKB-Ersatzes objektiviert. Welche Aussage trifft zu?

Eine seitliche Röntgenaufnahme ist nicht notwendig, da im MRT noch mehr gesehen werden kann.

Die CT des Kniegelenks sollte aus strahlenhygienischen Gründen unterbleiben, da die Bohrkanäle im MRT ausreichend gut beurteilt werden können.

Die Ganzbeinstandaufnahme demaskiert varische und valgische Achsabweichungen, die zur Planung des VKB-Re-Ersatzes relevant sein können.

Die Kniepunktion ist notwendig, um einen blutigen Erguss von einem serösen Reizerguss im MRT zu differenzieren.

Das MRT ist heute so sensitiv, dass die klinische Untersuchung nur noch orientierend ohne Seitenvergleich genügt.

6. Welche Aussage zum
„Varus-Thrust“ trifft zu?

Befürworter dieser Theorie sehen Vorteile zur Korrektur der varischen Achsabweichung mittels Osteotomie.

Gehaltene Aufnahmen stellen kein gutes Hilfsmittel dar zur Identifizierung von Seitenbandinsuffizienzen.

Der tibiale SLOPE ist wesentliche Ursache für den „Varus-Thrust“.

Die Ganzbeinaufnahme ist wichtig zur Planung der Seitenbandstabilisierung.

Der „Varus-Thrust“ beinhaltet immer einen Gelenkbinnenkollaps bei Osteonekrose.

7. Welche Aussage zur valgisierenden Umstellungsosteotomie trifft zu?

Eine Arthroskopie ist obsolet, da das MRT alle Gelenkbinnenbefunde objektiviert.

Der VKB-Re-Ersatz kann nicht mit einer Umstellungsosteotomie kombiniert werden.

Der VKB-Re-Ersatz muss bei notwendiger Umstellungsosteotomie immer einzeitig erfolgen, um die Rehabilitation so kurz wie möglich zu halten.

Im Zuge einer Bohrkanalauffüllung mit kombinierter öffnender Tibiakopfumstellungsosteotomie kann der Osteotomiespalt ebenfalls aufgefüllt werden.

Eine Knorpelrekonstruktion kann nicht mit einer Umstellungsosteotomie erfolgen.

8. Welche Aussage trifft nicht auf den tibialen SLOPE zu?

Die seitliche Röntgenaufnahme des Kniegelenkes ist geeignet zur Analyse.

Die kurze seitliche Röntgenaufnahme des Kniegelenkes ist gleichermaßen geeignet zur Ausmessung wie lange Röntgenplatten.

Im CT und MRT werden methodisch bedingt geringere SLOPE-Werte ermittelt.

Der tibiale SLOPE liegt in der sagittalen Ebene.

Der tibiale SLOPE beeinflusst die Spannung auf das vordere und hintere Kreuzband.

9. Sie planen bei gesicherter VKB-Re-Ruptur den Re-Ersatz. Welche Aussage trifft nicht zu?

Antero-laterale Rotationsinstabilität sollten stabilisiert werden durch eine Lemaire-Prozedur.

Antero-laterale Rotationsinstabilität sollten stabilisiert werden durch eine Ellison-Prozedur.

Antero-mediale Rotationsinstabilitäten stellen kein Problem dar.

Laterale Seitenbandinstabilitäten sollten konsequent stabilisiert werden.

Die tibiale SLOPE-Korrektur ermöglicht eine Reduktion der ligamentären Zuglast auf den Kreuzbändern.

10. Welche Aussage trifft zu?

Die Bohrkanalauffüllung zur VKB-Re-Ersatzplastik darf nur mit autologer Spongiosa erfolgen.

Die Bildgebung zur Planung einer VKB-Re-Ersatzplastik beinhaltet Röntgenbilder des Kniegelenkes sowie ein MRT. Ganzbeinaufnahmen erhöhen nur die Strahlenexposition, ohne den Informationsgehalt zu verbessern.

Gehaltene Aufnahmen in der coronaren Ebene zeigen immer zusätzlich bestehende Rotationsinstabilitäten.

Gehaltene Aufnahmen zur Analyse der Seitenbandstabilität von Kniegelenken sollte beidseitig erfolgen, um Seitendifferenzen zu objektivieren.

Der Kreuzband-Re-Ersatz ist ab einem Alter von 50 Jahren nicht mehr sinnvoll, da der Gelenkersatz eine sichere und komplikationsfreie Langzeitalternative darstellt.

Die Teilnahme an der CME-Fortbildung ist nur online möglich auf der Website www.online-oup.de.

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