Übersichtsarbeiten - OUP 02/2026

ESWT bei Erkrankungen der Hand

Die Fallserie von Taheri et al. [59] zeigte eine statistisch signifikante (p < 0.05) Verbesserung des Kontrakturwinkels bis zu 14 Wochen nach der Intervention. Notarnicola et al. [47] zeigten eine statistisch signifikante Zunahme der Gesamtstreckung am Ende der Behandlung und einen Monat nach Abschluss der Behandlung.

Aykut et al. [3] berichteten, dass der Tisch-Test bei 16 von 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmern negativ ausfiel. Sowohl die VAS-Werte, als auch die DASH-Score-Werte zeigten eine signifikante Verbesserung gegenüber den präoperativen Werten
(p < 0,05).

In einer prospektiven, randomisierten, verblindeten, placebokontrollierten Single-Center-Studie analysierten Knobloch et al. 52 Patientinnen und Patienten (Durchschnittsalter 58,2 ± 9,2) mit schmerzhafter knotiger Dupuytren-Krankheit Tubiana N [30]. Die Randomisierung erfolgte entweder (Gruppe A) mit 3 Behandlungen mit fokussierter elektromagnetischer hochenergetischer ESWT (2000 Impulse, 3 Hz, 0,35 mmJ/mm2 /Hand, Storz Duolith SD1, n = 27) oder (Gruppe B) mit Placebo-ESWT (2000 Impulse, 3 Hz, 0,01 mJ/mm2 /Hand, n = 25) in wöchentlichen Abständen. Der primäre Endpunkt war der Schmerzgrad auf einer visuellen Analogskala (VAS 0–10) nach 3/6/12/18 Monaten, sekundäre Endpunkte waren patientenbezogene Scores (DASH-Score, MHQ-Score, URAM-Skala), Griffstärke, Patientenzufriedenheit und das Fortschreiten der Dupuytren-Krankheit über einen Nachbeobachtungszeitraum von 18 Monaten. Die fokussierte ESWT verbesserte die Ergebnisse signifikant. Die Schmerzen wurden von 3,6 ± 1,8 auf 1,9 ± 1,2 nach 3 Monaten, auf 1,4 ± 0,7 nach 6 Monaten, auf 1,7 ± 1,6 nach 12 Monaten und auf 1,9 ± 0,8 nach 18 Monaten in der Interventionsgruppe reduziert (47 % Reduktion, p < 0,05).

In der Placebogruppe stieg der Schmerz auf der VAS von 2,2 ± 1,4 auf 3,4 ± 1,7 nach 3 Monaten, auf
3,4 ± 1,8 nach 6 Monaten, auf
3,4 ± 1,4 nach 12 Monaten und auf 3,1 ± 1,1 nach 18 Monaten (35 % Anstieg, p < 0,05). Die Lebensqualität verbesserte sich tendenziell in der Interventionsgruppe (MHQ, 77 ± 19 auf 83 ± 12; DASH, 12 ± 18 auf 10 ± 9), während er sich in der Placebogruppe mit fortschreitender Dupuytren-Krankheit verschlechterte (MHQ,
79 ± 15 auf 73 ± 17; DASH, 6 ± 10 bis 14 ± 13). Die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten war in der Interventionsgruppe hinsichtlich der Symptomverbesserung (56 % gegenüber 12 %) und der Verlangsamung des Krankheitsverlaufs (59 % gegenüber 24 %) höher [30].

Pseudarathrose

Posttraumatische Knochenheilungsstörungen stellen eine relevante Komplikation von Frakturen dar. Die operative Revision hat sich als Standardtherapie etabliert. Als alternatives, nicht operatives Behandlungsverfahren kann die ESWT die Möglichkeit bieten, die potenziellen Komplikationen eines operativen Vorgehens zu vermeiden [21, 32].

Liedl et al. [37] untersuchten 60 Fälle von Knochenheilungsstörungen (verzögerte Heilung: VH, oder Pseudarthrose: PA) an Unterarm und Hand retrospektiv nach Anwendung einer hochenergetischen, fokussierten ESWT hinsichtlich Ausheilungsrate und Konsolidierungszeit. Bei 70 % der Fälle kam es im Median nach 2,4 (VH) bzw. 2,8 Monaten (PA) zur Ausheilung. Die Zeit zwischen Trauma/OP und ESWT betrug für VH 4,2 Monate bei Geheilten bzw. 3,7 Monate bei Nichtgeheilten ohne signifikanten Unterschied, bei PA 27 Monate bei Geheilten wie Nichtgeheilten. Auch Alter und Rauchverhalten zeigten keinen Einfluss. Die Ausheilungsrate war am höchsten an Mittelhandknochen/Finger/Daumen (91 %), gefolgt von Unterarmschaft (88 %), Epi-/Metaphyse des Unterarms (67 %) und zuletzt Handwurzelknochen (59 %).

Nach konservativer Vorbehandlung heilten 55 %, bei > 2 Voroperationen 67 %, ohne Vorbehandlung 73 % und nach einer Voroperation 75 %. Die weitere Analyse hinsichtlich der operativen Vorversorgung ergab nach alleiniger ORIF 85 %, ohne Voroperation 64 % und nach ORIF mit Kno chenanfrischung/-transplantation 57 % Heilungsrate. Bei intraoperativer ESWT kombiniert mit Knochendebridement/transplantation + ORIF heilten 67 %, kombiniert mit einer alleinigen ORIF 86 %. Bei alleiniger ESWT oder mit nur minimalen Maßnahmen (Materialentfernung) konsolidierten 70 % [37].

Die elektromagnetische extrakorporale Magnetotransduktionstherapie (EMTT) zeigt, ergänzend zur ESWT durchgeführt, additive Effekte der Knochenstimulation bei metakarpaler Pseudarthrose [32]. Kahnbeinpseudarthrosen stellen eine gut belegte Indikation zur ESWT insbesondere für hochenergetische fokussierte ESWT dar [33].

Durch eine ESWT bei verzögerter Heilung von Kahnbeinfrakturen und Pseudarthrosen kommt es bei 71 % der Patientinnen und Patienten zu einer Konsolidierung [13]. In der Arbeit von Fallnhauser et al. [31] betrug der Zeitraum zwischen der ESWT und der dokumentierten Heilung im Mittel 8,4 Monate (256 Tage). Hinsichtlich verschiedener Einflussfaktoren wie Frakturlage, skapholunärer Winkel, Alkohol- und Tabakkonsum sowie biometrischen Faktoren wie Alter und BMI konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den mittels ESWT erfolgreich bzw. erfolglos behandelten Patientinnen und Patienten festgestellt werden.

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